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Grenzen erfahren
2006-02-04
 

Die letzten Wochen bzw. Monate habe ich eins-zu-eins erfahren, was es heisst, sehr viel und unter Dauerstress zu arbeiten. Das Fazit vorneweg - es ist nicht gesund und ich möchte das nicht oft tun. Meine Grenzen habe ich dabei erfahren, dieser Januar war härter als jeder Wettkampf und jedes Training, das ich in meiner ganzen Karriere bis jetzt gemacht habe. Aber phasenweise hat's mich stark an den Spitzensport erinnert - du wirst richtig perfektionistisch, versuchst das letzte aus den gegebenen Möglichkeiten bzw. Zeit herauszukitzeln, und dabei pusht man sich im Team gegenseitig vorwärts. Jeder hat irgendwann mal eine Krise, glaubt nicht mehr, dass man es schaffen kann, aber dann ist fast sicher jemand zur Stelle, der grad eine gute Phase hat und dich mitzieht, bis auch du selbst wieder dran glaubst. Das war das Schöne am ganzen, dieser Teamgeist, jeder gibt alles und zieht am selben Strick. Und das positivste: wir haben bei unserem Forschungsprojekt wohl mehr erreicht, als wir erwarten durften und ich bin mit den Resultaten sehr zufrieden!! Leider kann ich im Moment noch keine sexy Demo-Videos veröffentlichen, im März/April erfahren wir, ob das Paper angenommen wurde.

Logischerweise geht all dies jedoch auf Kosten von vielem anderem, denn wenn man sein Leben mehr oder weniger im Büro verbringt, werden soziale und körperliche Aktivitäten plötzlich zu Dingen, die man sich richtig erkämpfen muss. Es soll ja Leute geben, die über Jahre 80,90 Stunden pro Woche arbeiten; für mich ist das definitiv nichts, vor allem wenn du konstant unter Strom stehst. Dass ich wirklich am Limit war, musste ich im Ausgang anschliessend an die deadline am 25. Januar erfahren: nach lächerlichen zwei Bier musste ich klein beigeben, der Körper rebellierte. Nicht dass ich allgemein gut geeicht wäre, und zudem hatte ich den ganzen Tag fast nichts gegessen, aber das waren dann doch ziemlich deutliche Zeichen, jetzt mal etwas kürzer zu treten. In den letzten Wochen habe ich auch gemerkt, wie viel mir der Sport immer noch bedeutet. Es muss ja nicht grad tägliches Training sein, aber doch regelmässig, sonst fühle ich mich einfach nicht gut. Und ab und zu mal die Sau rauslassen im Training oder Wettkampf macht einfach Spass!

 

Training

Deshalb weht ab jetzt wieder ein anderer Wind. Im Büro sind lockerere Zeiten angebrochen und ich habe wieder mit anständigem Training begonnen. Natürlich muss ich jetzt langsam beginnen, das Ziel sind vorerst mal 4-5 gute Trainings pro Woche. Ich glaube, damit kann ich ein sehr anständiges Niveau beibehalten, denn ich bin immer wieder von mir selbst überrascht, wieviel ich doch noch zu leisten vermag bei dem minimalen Aufwand der letzten Monate, obschon klar ist, dass ich nicht ewig von früheren Zeiten zehren kann. Zur Bewegungstherapie geht's hier.

Über Weihnachen/Neujahr war ich ja im langsam fast traditionellen Madulain-Lager. Es herrschten super Verhältnisse, um wieder mal so richtig in der klassischen Technik zu langlaufen, was ich voll ausnutzte. Mit jedem einzelnen Tag fühlte ich mich stärker, obschon ich täglich fast ein ganzes Herbst-Wochenpensum absolvierte! Aber es scheint, dass ich, sobald ich mal Zeit habe, zu entspannen, auszuschlafen und den Tag in wunderschöner Umgebung zu geniessen, plötzlich von irgendwo her ungeahnte Energien freimachen kann. Letztes Jahr beim Rennvelofahren in Mallorca war es ja ganz ähnlich. Ich hoffe, ich kann dort weitermachen, wo ich in Madulain aufgehört habe, so macht der Sport nämlich echt Spass!!! (und das ist ja der Hauptgrund warum ich trainiere).

Auf der Suche nach Sonne auf dem Schnebelhorn. 

In einer Woche geht's nochmals ein paar Tage auf die Ski, und dann schon bald nach Portugal!