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Keine WM!
2005-07-19
 

Es hat nicht sein sollen. Ich konnte die gute Ausgangslage nach den ersten drei Testläufen nicht umsetzen und erreichte über die Mitteldistanz lediglich den 15. Platz, was natürlich nicht gut genug ist für eine WM-Selektion. Zwei gröbere Fehler im Mittelteil des Laufes waren zuviel. Die Fehler begannen beide ganz harmlos, kurz die falsche Richtung genommen, aber in diesem brutal steilen Gelände zerrinnen die Minuten schnell, wenn man eine falsche Nase hinunterläuft und dann korrigieren muss...

Rückblickend, jetzt wo die Enttäuschung etwas verdaut ist, muss ich sagen, dass ich mit Ausnahme dieses letzten Laufes mehr erreichte als ich eigentlich erwarten durfte. Spezifisch auf OL trainiert habe ich ja erst wieder seit Mitte Mai, und davor war das Training zwar nicht schlecht, aber auch nicht gezielt (dafür seit Herbst ohne Verletzungen). Vor allem mit dem 3. Rang über die Langdistanz, meinem Hauptziel, habe ich (vor allem auch mir selbst) gezeigt, dass ich es noch kann. Das fehlende OL-Training hat sich in erster Linie über die kürzeren Distanzen, wo technische Perfektion entscheidender ist, ausgewirkt. Mental war ich wohl nicht ganz so stabil wie man es sein sollte - auch das muss man in Ernstfällen, von denen ich natürlich zu wenige hatte, trainieren. Ich glaube, rein physisch war ich auf demselben Niveau wie zu meinen besten Zeiten. Aber da unser Team stärker und stärker wird, reicht das eben auch nicht mehr unbedingt. Aber es ist klar: Die WM habe ich diesmal mit Fehlern und nicht mit mangelnder Form bzw. fehlenden Möglichkeiten vergeben. Rangliste.

--> Karte WM-Test Middle 

Novum

Ein Novum anderer Art erlebte ich ebenfalls am Mittel-Testlauf: ich wurde während des Laufes tätlich angegriffen. Auf einer Routenwahl durchquere ich (anscheinend, auf der Karte nicht markiert) Privatgebiet auf einer Strasse. Da vor mir bereits ein paar Läufer dort durchgelaufen sind, ist der Besitzer bereits auf 200 und mit einer 2m langen Holzlatte bewaffnet als ich komme. Den Hund hat er noch am Baum angekettet... In brillianter American Football Manier versucht der ältere Herr, mir den Weg zu versperren, schubsen inklusive. Mit einem Super Bowl verdächtigen Move versuche ich, an ihm vorbeizukommen. Als ich auf gleicher Höhe bin, sehe ich noch knapp, wie er doch tatsächlich mit der Holzlatte ausholt, diesmal wie ein Baseball-Profi (der Typ scheint also noch vielseitig zu sein). Ich erwarte, in der nächsten Sekunde am Rücken oder am Kopf getroffen zu werden und ziehe instinktiv den Kopf ein, da schlägt er mir von hinten in die Beine, sodass ich kopfvoran auf den Boden fliege. Mein einziger Gedanke: weg, weg, weg!!! Zum Glück folgt danach eine längere Laufstrecke und kann mich wieder etwas fassen - wenn gleich ein Posten gekommen wäre, ich hätte ihn nicht gefunden. Zwei Posten später folgen dann die folgenschweren Fehler. Die Ursache dafür liegt nicht bei diesem Zwischenfall, aber gerade sicherer und konzentrierter macht einen so etwas wohl auch nicht. Während dem Wettkampf realisierst du gar nicht wirklich was passiert, du bist voll konzentriert und versuchst das möglichst schnell wegzustecken. Erst später, als ich darüber nachdachte, wurde ich richtig wütend und fragte mich, wieviele Schrauben jemand locker bzw. wieviele Schläge auf den Kopf jemand bekommen haben muss, um einfach auf einen anderen einzudreschen. Zum Glück lief nach mir niemand mehr diese Route - der hätte es nicht überlebt. Ich hätte auch überhaupt keine Skrupel, den lieben Herrn anzuzeigen, wenn das Unterfangen mangels Zeugen nicht von vornherein aussichtslos wäre.

Am Junioren-Testlauf im Mai (auch im Tessin...) konnte ich eine ähnliche Situation übrigens bereits schon trainieren, als mir irgendwo im Steilhang plötzlich ein riesiger kläffender Köter nachlief, was mich damals völlig von der Rolle brachte...

 

5-giorni / JWOC

Anschliessend an den Testlauf am Samstag folgte der Postfinance-Sprint in Bellinzona und dann der 5-Tage-OL. Nach dem misslungenen Testlauf war die Motivation so ziemlich am Boden und ich lief den 5-giorni mehr schlecht als recht. Kein Kampfgeist, kein Biss, müde Beine aufgrund wenig Schlaf und viel Party - damit kann man nicht viel erwarten, auch wenn man technisch jeweils solid und ohne gröbere Fehler läuft. Am dritten und fünften Tag konnte ich jedoch vom schwierigeren Gelände und den Fehlern der anderen profitieren, womit es trotzdem noch zu zwei zweiten Plätzen reichte! Ranglisten: (1., 3. , 4., 5. Etappe)

Spass hat's gemacht, die Junioren-WM live mitzuverfolgen! Gratulation an Weltmeister Fabian Hertner bzw. Silbermedaillengewinner Andreas Rüedlinger!! Jetzt weiss ich, weshalb ich dieses Jahr schon mehr als eine Niederlage einstecken musste ;-)

--> Karte 5-giorni 3. Etappe

--> Karte 5-giorni 4. Etappe

--> Karte 5-giorni 5. Etappe

 

Ausblick

In einer guten Woche geht's zusammen mit Dani Zwicker und Dolph Hüsler nach Slowenien an den orienteeringonline.cup. Danach folgt Mitte August der R'ADYS Mountain Marathon im Bünderland zusammen mit Andi Müller.

Und ab jetzt bin ich auch zu 100% angestellt an der ETH.