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Höllentour
2004-10-12
 

Letzten Dienstag habe ich den Film 'Höllentour' gesehen, ein Dokumentarfilm über die Tour de France 2003. Das Team Telekom wird während den ganzen drei Wochen von der Kamera begleitet. Der Film ist Kult, Radsportfans oder Hobbyfahrer werden Freude daran haben! Hier einige Müsterchen: Zitat Eke (Erik Zabel): "wieso bin ich nicht Surfer geworden?" (er ist ein bisschen müde und eine harte Bergetappe steht bevor); Zitat Rolf Aldag: "Ist es vielleicht schlau, mit 90km/h auf 21mm breiten Reifen den Berg runterzufahren? Ist nicht wirklich schlau."  Jedenfalls liess ich mich davon inspirieren und darum beschloss ich, trotz Trainingspause, am Samstag von Bonstetten via Brünig-Grimsel ins Obergoms zu fahren.

Und es wurde meine persönliche Höllentour. 150km und 2500 Höhenmeter sind zwar kein Klacks, aber eigentlich durchaus machbar ohne gröbere Probleme. Gut, die ersten 70km in gut zwei Stunden waren vielleicht ein bisschen schnell (aber wenn's läuft, soll man zufahren, nicht?), die Verpflegung nicht optimal, aber dass ich kaum über den Brünig komme, ist wohl kein gutes Zeichen. Wenn du dauernd runter schaust, ob du wirklich keinen Platten hast, weil du das Gefühl hast, dass du auf dem Asphalt klebst, naja... Ist dann wohl gar nicht dein Tag. Es braucht einiges an Überwindung, in Meiringen nicht auf den Zug zu gehen. Aber Eke hat auch nicht aufgegeben. Aus Erfahrung weiss ich, dass man in solchen Momenten einfach Geduld haben muss, es kommt dann schon wieder. Sollte. Doch Einbrüche beim Velofahren sind gnadenlos hart.  'Strasse steigt 1650m auf 30km', steht in Meiringen aufmunternd. Die Beine sind schwer, ich kann in steileren Passagen auch im ersten Gang kaum noch die Pedalen runterdrücken, alles schmerzt. Am liebsten würde ich das Rad in den Strassengraben werfen und einfach irgendwo ins Gras liegen. Aus den 35km/h am Anfang sind noch 8-9km/h geworden, ein richtiges Gewinner-Tempo! Und immer noch 1000Hm. Ich kämpfe mich weiter, einen Kilometer nach dem anderen. Wenn ich alle 300 Hm eine Pause einlege, dann geht es einigermassen. Aber es kommt einfach nix mehr. Während diesen Stunden denke ich oft an die Jungs an TdF, Giro, Tour de Suisse, etc. 

Es war hart. Was bringt das Ganze? Härte und ein unglaublich gutes Gefühl, wenn du am Abend vor dem Fernseher sitzst und die Beine hochlagerst. Am nächsten Tag sollte es wieder zurückgehen via Furka-Göschenen. Leider musste ich nach der Hälfte wegen Achillessehnen-Problemen aussteigen, doch Klödi (Andreas Klöden) ist auch ausgestiegen (gut, er war zuvor 8 Tage lang mit gebrochenem Steissbein gefahren). Und dieses Jahr wurde er Zweiter. Es gibt also noch Hoffnung.